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Hilfarth

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Hilfarth, Hückelhoven, Kreis Heinsberg, Nordrhein-Westfalen, 41836, Deutschland (51.03593 6.21677)

Über diese Karte

Name: Topografische Karte Hilfarth, Höhe, Relief.
Koordinaten: 51.01593 6.19677 51.05593 6.23677
Minimale Höhe: 38 m
Maximale Höhe: 123 m
Durchschnittliche Höhe: 56 m

Hilfarth

Die Rur wurde bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingedeicht. Bis in die sechziger Jahre war die Wasserqualität des Flusses durch Industrien am Mittellauf erheblich beeinträchtigt. Dies änderte sich durch die politischen und gesetzlichen Entwicklungen nach 1969 erheblich. Im Rahmen umfangreicher Regulierungsmaßnahmen nach 1965 wurde das Flussbett völlig neugestaltet. Anlass waren nicht zuletzt katastrophale Hochwasserschäden, die Mitte der sechziger Jahre das Dorf verwüstet hatten. Eine unsachgemäße Anhebung der Breitestraße hatte sich wie ein Stauwehr ausgewirkt, als die Rur zwischen Brachelen und Hilfarth in die „Benden“ überfloss und durch einen Umflutgraben („Bohnekamp-Graben“) nahe der Kaphofstraße wieder in das eigentliche Flussbett ablief. Dieser Graben war durch den Reichsarbeitsdienst ausgehoben worden und erlaubte dem Hochwasser, in der „Molle“ die Breite Straße bei Bedarf auch zu überfluten. Durch das erhöhte Straßenniveau und andere Fehlplanungen allerdings wurde das Wasser in das Dorf abgeleitet, da die Abflussrohre unterhalb der Breitestraße in Höhe der evangelischen Kirche nicht den ausreichenden Querschnitt besaßen, um die außergewöhnliche Wassermenge bewältigen zu können. Lediglich die Häuser in der Wöbelstraße und der Ingermannstraße, sowie die Ortsteile des alten Dorfes zwischen der Breitestraße und der Kaphofstraße blieben gänzlich verschont, während in einigen landwirtschaftlichen Betrieben in der Dorfmitte das Hochwasser bis zur Höhe der Stalldecken stieg und Verluste unter dem Vieh verursachte. Außer diesen Verlusten führte auch die Erosion zu erheblichen Verlusten an landwirtschaftlicher Nutzfläche, als die Strömung am Prallhang nordwestlich der „Steinernen Brücke“ („Steene Bröck“) Teile eines Ackers zum Abbrechen brachte. Durch die Neugestaltung des Rurlaufs ging der landschaftliche Reiz der Uferlandschaft teilweise verloren, doch die Hochwassergefahr wurde gebannt. Die Hilfarther reagierten mit stoischem, rheinischen Humor auf die überstandene Katastrophe, indem sie im folgenden Jahr den Karnevalsschlachtruf ausbrachten: „Helfeth Alaaf, un wenn et versüppt!“ (Hilfarth Alaaf, und wenn es absäuft!).

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